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Was hinter Panikattacken steht

  • 1. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 15. Juni


Panik. Kleines Wort, mit unvorstellbarer Bedeutung.


Da es in diesem Beitrag um mögliche Hintergründe von Panikattacken geht, möchte ich hiermit eine "Trigger Warnung" aussprechen.



Menschen die immer wieder von Panikattacken heimgesucht werden, haben sich mit der Zeit einiges über Vagusnerv, Atemtechnik, Mineralstoffmangel, Affirmationen, Hormonelle Entgleisungen durchgelesen... all die Dinge, auf die man bei Recherchen stößt, wenn man versucht herauszufinden, was mit einem los ist.


Eine sehr hilfreiche Sicht fehlt, hier kommt sie:

Als Systemikerin habe ich gelernt, die Dinge in einem anderen Zusammenhang zu betrachten. Die verschiedenen Ebenen zu verknüpfen. Die körperliche, die emotionale, die bewusste und unbewusste, das Mentale, das Psychische, das Vergangene, Gegenwärtige oder Zukünftige.

Alles hängt "irgendwie" zusammen und nichts existiert allein in unserem Körper oder den Gedanken.

Alles bildet ein System... Es bildet dich.



Aus meiner Erfahrung mit Betroffenen heraus, lässt sich eine Gemeinsamkeit formulieren:


Der Körper reagiert nicht ohne Grund.

So seltsam und abneigend sich das anhören mag, die Panik kommt nicht grundlos.

Sie ist eine körperliche Reaktion auf emotionale Erinnerungen.

Und der Körper erinnert daran.


Ja, der Körper erinnert sich, wenn du selbst es nicht tust.

Er reagiert auf emotionale Angelegenheiten die dir nicht (mehr) bewusst sind, verdrängt, vergessen nicht bearbeitet sind oder anders im wahrsten Sinne noch in den Knochen stecken. Körper und System vergessen nicht.


Ja, das ganze hört sich sehr pauschal an und erweckt den Eindruck, dass ich nicht weiß, worüber ich schreibe....

Sei dir gewiss, ich weiß es.


Panik, die plötzlich "einfach so" über einen hereinbricht, ist eine Reaktion auf eine Überlastung. Das kann vielerlei sein. Meistens sind es Erinnerungen oder Erfahrungen, die nicht verarbeitet sind. Ohne dass es dir bewusst ist, auf welche. Oder vielleicht doch?

Es gibt auch die eine oder den anderen, die ahnen, mit welchem Thema die Panik verbunden sein könnte. So oder so scheint das Thema so fest zu sitzen, dass es bisher noch keinen endgültigen Weg heraus gefunden hat.


panikattacke

Was viele in diesem Zusammenhang alleine nur schwer schaffen, ist, sich zu vergegenwärtigen:

Die Panik kämpft nicht gegen dich, sondern für dich.


Ja, in den Momenten, in den denen sich alles verselbständigt und man das Gefühl hat, die komplette Kontrolle zu verlieren, ist das schwer zu greifen.


Ein Teil von dir möchte, dass es dir gut geht. Ein anderer Teil von dir trägt aber all die Dinge mit sich, die zu schwer geworden sind. Die, die niemals raus konnten. Sie stecken immer noch fest....

Sie sind nicht weg oder nicht mehr aktiv, weil du nicht mehr erinnerst. Auch dann nicht, wenn du es ja schon "weißt". Wissen allein genügt manchmal nicht.

Es kommt unweigerlich zu einer Kettenreaktion in dir, wenn diese angedockt oder getriggert werden. Und dann zur Panik.

Manchmal sofort ohne Vorwarnung, manchmal mit Zeitverzögerung wenn du "Ruhe hast".


Dein System kompensiert selbständig, wenn es überfordert ist. Es übernimmt die Steuerung und entzieht dir die Kontrolle.

Wie ein Erdbeben, das erst die Kruste an der Oberfläche aufbrechen lässt und dann den Vulkan zum Ausbruch bringt.

Die Panik ist das Ventil deines inneren Feuers.



Aber nun zurück zum Punkt, dass etwas tun kannst.

Das Wichtige ist, dass du nicht während einer Attacke mit der Panik arbeitest, sondern dann, wenn sie "friedlich" ist und nicht auftritt. Du kannst ihre Sprache lernen und sie dann verstehen. Bzw. eigentlich dich selbst, denn sie drückt für dich etwas aus:

Anstelle von dir, weil du es "nicht kannst".

Und für dich, weil es dir und deinem Herzen schadet, das, was noch feststeckt.


Die doppelte Tragik:

Dein System schreit mit der Panikattacke nach Hilfe.

und du wegen der Panikattacke.



Wichtig:

Die Panik zeigt dir Zusammenhänge auf, die du vielleicht längst vergessen hast, die aber für dein Leben eine Rolle spielen

Du bist nicht allein und es gibt Wege.


Der Dauerzustand der ständigen Alarmbereitschaft, Ablenkung, dieses ständige Angespannt statt Entspannt zu sein, immer Fluchtmodus..... Das muss keine Gewohnheit werden.


Die Vermeidungsstrategien, die eigentlich dazu dienen sollen, keine Panik auszulösen, feuern den Teufelskreis mehr an, bis letztlich deine Gedanken allein Auslöser sein können.

Schaue - ggf. mit Hilfe - nach dem, was noch nicht vollständig verarbeitet oder eingeordnet ist.

​Dann verändert sich etwas Wesentliches:

Du kämpfst nicht länger dagegen, du arbeitest für dich.


 
 
 

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